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9. Dezember - 2. Advent

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Langsam sollte man sich Gedanken über die Weihnachtsbäckerei machen; es sind nur noch Tage bis Heilig Abend.

Haben Sie ihn auch schon gekostet, unser Kantonal-Gebäck, den Züri-Tirggel? Besonders die schönen Bilder auf den Tirggeln stechen ins Auge.
      

Auch Tirggel haben eine Geschichte...


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Drei Weihnachts-Szenen: Joseph /Maria - Kind im Stall - Könige (1750)

... es ist sogar eine sehr alte! Die Tirggel gehören in die Familie der Honiggebäcke, genauer Bild-Honiggebäcke. Sie waren schon in der Antike beliebt und fanden auch oft als Weihgabe Verwendung.

Man weiss es nicht genau, nimmt aber an, dass die Römer das Gebäck in die durch sie besiedelten Gebiete nördlich der Alpen brachten.

Auf die Entstehung sollen auch die Ägypter Einfluss gehabt haben, mit Sicherheit aber die Venezianer, die über alle guten Gewürze und Spezereien aus dem Abend- und Morgenland verfügten.

Im 14. bis 15. Jahrhundert trat der bebilderte, dünne Honigkuchen seinen Siegeszug an, und zwar vom Rhein weg ostwärts bis nach Russland. In der alten Eidgenossenschaft verbreitete er sich entlang der bedeutendsten Verkehrs- und Pilgerachsen, über Zürichsee, Limmat und via Aare dem Rheinbett entlang. Zur eigentlichen Heimat wurde ihm jedoch bald die Stadt und Region Zürich.

Schriftliche Erwähnung fand das Honiggebäck erstmals 1461 in Zürich. Es wurde schon damals typisch charakterisiert: "Dirgel, ein Gebäck, das nicht aufgeht."

Die Tirggel wurden vor allem zum 6.12. und zu Neujahr bzw. am Berchtoldstag (2.1.) verschenkt.
      

Tirggel selber backen


Wahrscheinlich haben Sie keine so schöne Holzform (Model) wie die, in denen die Tirggel normalerweise gebacken werden. Macht aber nichts, auch wenn sie nicht so schön verziert sind: schmecken tun sie allemal! Und es ist auch gar nicht schwer, gute Resultate zu erzielen.

Die Zutaten für den Teig:
 
800 g Honig
30 g Ingwer
30 g Zimt
5 g Nelkenpulver
5 g Muskat
1 Msp. Pimentpfeffer
2 EL Rosenwasser
800 g Mehl (knapp)

Die Zubereitung:

Den Honig mit den Gewürzen im Wasserbad erhitzen, das Mehl darunterarbeiten, bis sich die Masse von der Schüssel löst.

Wer ein spezielles Holzmodel hat, bestreicht dieses gleichmässig mit Öl und wallt den Teig darauf 1 1/2 mm dünn aus. Die "Tirggel" werden sorgfältig vom Holz abgelöst und auf dem schwach gefetteten und gemehlten Blech bei ca. 300 Grad Oberhitze auf der obersten Rille ca. 2 Minuten gebacken. Das Relief muss braun werden, während die Unterseite weiss bleibt.

Wer kein Holzmodel hat, wallt die "Tirggel" auf wenig Mehl dünn aus, oder dreht sie z.B. durch die Nudelmaschine und schneidet sie dann in Dreiecke, Vierecke oder auch Sterne und andere Formen.

Laden Sie sich doch die pdf-Datei "Tirggel Rezept" mit dem Rezept herunter (unten).

Aber Backmodel werden auch angeboten: z.B. bei "springerle.com/sortiment". Zwar eigentlich für Änis-Springerle - auch so ein Weihnachtsgebäck, aber sie gehen sicher auch für Tirggel.
      

... und ausserdem:


...ist heute der letzte Tag an dem Sie den Samichlaus besuchen können. Er ist heute noch einmal zwischen 10 und 16 Uhr im Waldhüsli anzutreffen:
www.samichlaus-zuerich.ch/

... gibts z.B. Grittibänzen, die vielleicht auf die vorchristlichen "wilden Jäger" Bezug nehmen, oder Wotan/Odin meinen? In der weiblichen Form dann Frau Holle, bzw. die Perchta?

Zur Worterklärung:
"Gritti" sagt man für einen alten bärtigen Mann, der breitbeinig dasteht. "Bänz" ist die Kurzform für Bernhard oder Benedikt.

Tirggel_Rezept.pdf
 
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